Atem und Achtsamkeit

Der Atem – der beste Lehrer für Achtsamkeit

Viele Achtsamkeitslehren nutzen den Atem als Beobachtungsobjekt.                                        Durch die Beobachtung des eigenen Atems gelingt es uns immer wieder,  jeden Augenblick bewusst zu erleben.

Die innere Ausrichtung auf den Atem hilft uns, in der Gegenwart anzukommen.

Die Beobachtung  erfolgt in einer wertfreien, annehmenden, liebevollen inneren Haltung.                                                                                                                                                                                       „Der Atem kommt, der Atem geht…. Nimm ihn wahr, so wie er ist….. So wie er jetzt gerade ist, ist er in Ordnung!“

Es klingt  recht einfach, sich nur auf seinen Atem zu konzentrieren. Tatsächlich ist es aber eine große Herausforderung, da unsere Gedanken ständig umherschweifen.

Je länger und intensiver wir die Achtsamkeit beim Atem  belassen können, desto achtsamer und gelassener werden wir im Alltag. Der Atem ist ein Anker für unsere unruhigen Gedanken.

„Ich atme ein und weiß, dass ich jetzt einatme.  Ich atme aus und weiß, dass ich  jetzt ausatme,…………“

 

Doch was genau ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit ist eine besondere Form der Wahrnehmung.

Achtsamkeit ist eine wesentliche Richtung der Meditationspraxis.

Achtsamkeit ist bewusstes Beobachten und Wahrnehmen des gegenwärtigen Moments.

Achtsamkeit bedeutet eine bestimmte innere Haltung anzunehmen:  eine offene, wache , wertungsfreie und liebevoll akzeptierende Haltung  gegenüber allem,  was man gerade wahrnimmt und tut.

Gedanken, Gefühle, Empfindungen werden nicht ignoriert und unterdrückt, sie werden aber auch nicht bewertet und analysiert. Sie werden einfach betrachtet und wahrgenommen von Moment zu Moment.

Durch Achtsamkeit bleiben wir mit uns selber und der momentanen Situation verbunden.

Anhalten und nach innen schauen

Eine Zen-Geschichte:

Ein Mann sitzt auf einem galoppierendem Pferd. Jemand, der ihn vorbei reiten sieht, ruft: „Wohin reiten Sie?“ Der Reiter dreht sich um und schreit: „Das weiß ich nicht, da müssen Sie mein Pferd fragen.“

Dieses galoppierende Pferd ist unser „Alltagsbewusstsein“, unser „Autopilot“, unsere „Gewohnheitsenergie“. Die  Neurowissenschaft spricht  von „Autobahnen im Gehirn“.            In diesem Zustand funktionieren wir nur mehr.  Wir betrachten die Dinge des Lebens vor allem als etwas, auf das sofort reagiert werden muss,(der Atem muss tiefer werden, da sollte ich mich entspannen, usw.) wir werden sozusagen dirigiert.

Darum…….immer wieder

anhalten und achtsam nach innen schauen!

Den eigenen Atem achtsam wahrnehmen, sich mit dem Atem verbinden,

den Körper achtsam wahrnehmen, liebevoll im Körper ankommen,

die Emotionen achtsam wahrnehmen, sanft zu- und loslassen,

die Gedanken achtsam wahrnehmen und weiterziehen lassen,

und…… sich selbst zulächeln!

Wirkung der Achtsamkeit

Die medizinische Wirksamkeit von Achtsamkeit wurde umfassend wissenschaftlich erforscht.

Bei folgenden Krankheitsbildern wurden positive Auswirkungen durch Achtsamkeitstraining nachgewiesen (die Auflistung ist nur ein Auszug von weit mehr bewiesenen Effekten in Krankheitsfällen):

  • Stress und Burnout
  • Depressionen (insbesondere Rückfallprophylaxe)
  • Psychische Störungen und Erkrankungen
    (z.B. Angststörungen, Ess-Störungen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Psychosen, Schizophrenie, Trauma)
  • Schmerz
  • Hauterkrankungen
  • Krebs
  • Geburtshilfe
  • Sucht

Im Kurs „Atem und Achtsamkeit“ üben wir das Prinzip der Achtsamkeit und die Anwendung auf verschiedene Lebensbereiche.